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Atomausstiegsvereinbarung ...

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Argumente für die Abschaffung der Atomausstiegsvereinbarung
von Dr. Ludwig Lindner vom 13.06.2009

Besteht die Gefahr eines GAU wie bei Tschernobyl in Deutschland? Eindeutige Antwort: Nein ! In Tschernobyl, einem Reaktortyp, der zur Herstellung von Bombenplutonium entwickelt worden ist, wurde ein nicht zulässiger Versuch bei weitgehender Abschaltung der Sicherheitseinrichtungen durchgeführt. In den deutschen Reaktoren wird kein Bombenplutonium erzeugt. Die Anlagen sind mit Mehrfach-Absicherungen versehen und die Anlagensicherheit wird noch ständig verbessert. Die deutschen Kernkraftwerke sind die besten und sichersten der Welt. In Kernkraftwerken westlicher Bauart hat es durch die Radioaktivität, was als besondere Gefahr dargestellt wird, noch keine Toten gegeben.

Endlagerproblem nicht gelöst? Das bisher vorgesehene Endlager in Gorleben ist nach Meinung der überwiegenden Zahl der Fachleute geeignet. Das hat auch der seinerzeitige Umweltminister Trittin schon 2002 unterschieben, nämlich “dass es bisher keine Gründe gegen Gorleben als Endlager gibt“.
Seither ruhen die weiteren Erkundungsarbeiten in Gorleben. Nach dem verbindlichen Richterspruch des Oberverwaltungsgerichtes Lüneburg ist die Suche nach einem besten Endlager nicht erforderlich, das Endlager muß geeignet sein. Und das ist Gorleben. Statt die Endlagerfrage weiter in die Zukunft (bis 2050?) zu verschieben, sollte die SPD durch Umweltminister Gabriel die weitere Untersuchung von Gorleben veranlassen und das sog.Moratorium (=Forschungsverbot aufheben.

Kernkraftwerke und Terroristen? Die Gefährdung durch Terroristen ist bei Kernkraftwerken durch die massiven Betonabschirmungen deutlich geringer als bei anderen Anlagen. Viel mehr gefährdet sind z.B. Fußballstadien wie Schalke oder Eintracht Frankfurt oder auch Chemieanlagen.

Gibt es genug Uran? Die heute bekannten Vorräte reichen mehrere 100 Jahre. Die Reichweite von Rohstoffen ist abhängig vom Preis für Exploration und Gewinnung. Wie auch beim Erdöl und Erdgas rechnen sich mit ansteigendem Preis auch bis dahin noch unwirtschaftliche Vorkommen. Auch die millionenfach höhere Energiedichte des Urans beim Vergleich zu fossilen Energien machen die Ausbeutung von Erzen sehr niedrigen Urangehalts sinnvoll. Durch Wiederaufarbeitung und Brütertechnologie (die in Russland mit viel Erfolg entwickelt und betrieben wird) lässt sich die Reichweite noch einmal um den Faktor 60 steigern.

Brauchen wir überhaupt Kernkraftwerke? Für die Grundlastversorgung, d.h. mehr als 8.000 Stunden Stromlieferung pro Jahr sind nur Kohle-, Erdgas-, Wasserkraft- und Kernkraftwerke und bis zu einem gewissen Grade auch Biomasseanlagen geeignet. Wind- und Solarstrom sind nur mit etwa 1.600 bzw. 900 Volllaststunden pro Jahr verfügbar. Für die Industrie und die Bundesbahn und für die Kühlschränke, Fernseher, Computer, Faxgeräte usw. sind deshalb Wind- und Solarstrom nur ungesichert und nicht geeignet.
Zur Schonung der Vorräte an fossilen Rohstoffen für kommende Generationen sollte man besser das Uran nutzen, das zu sonst nichts zu gebrauchen ist.
Außerdem: die Kernenergie ist neben Wasserkraft die einzige realistische Stromerzeugungsart, die beim Betrieb kein CO2 abgibt.

Folgen andere Länder dem deutschen Weg des Ausstieges und Ersatz durch Erneuerbare Energien? Eindeutige Antwort: NEIN! Deutschland gibt sich einer gefährlichen Illusion hin, denn dieser Weg endet in einer Sackgasse. Viele Länder haben das inzwischen erkannt und bereiten Kernkraftwerksneubauten vor, insbesondere die USA. Die Initiatoren des Kernkraftausstieges sagen nicht, wie ein dicht besiedeltes Industrieland wie Deutschland ohne sichere und preiswerte Stromversorgung in einer globalisierten Welt bestehen soll. Diese Ansicht wird heute von vielen international bekannten Persönlichkeiten gestützt:.... und hier die Namen:

 Internationale Umweltschützer wie

  • der Umweltschützer James Loveslock,
  • Hugh Montefiori (früheres Vorstandsmitglied bei Friends of the Earth)
  • Patrick Moore (früherer Greenpeace-Chef)

    renommierte Persönlichkeiten in der SPD, wie

  • der frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt,
  • der frühere NRW-Ministerpräsident und frühere Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement,
  • Prof. Fritz Vahrenholt langjähriger Umweltsenator in Hamburg und Chef der Windenergiefirma RE-Power
  • Der langjährige Vorsitzende der IG Bergbau und Energie Hubertus Schmoldt
  • Der langjährige Europabgeordnete Prof. Linkohr
  • viele Industrieverbände, Professoren und Gewerkschaften.

Inzwischen haben sich in Großbritannien 4 namhafte Vertreter der Umweltbewegung für einen gezielten Ausbau der Kernkraft ausgesprochen:

  • Stephan Tindale , bis vor 3 Jahren Direktor von Greenpeace
  • Lord Chris Smith of Finsbury, Vorsitzender der britischen Umweltschutzbehörde Environment Agency
  • der bekannte Buchautor Mark Lynas
  • Chris Goodal von den britischen Grünen
  • Siehe Süddt. Zeitung 24.02.09 S. 7, Kurzinfos aus Energie, Wissenschaft und Technik 276/2 vom 01.03.09 abrufbar bei www.buerger-fuer-technik.de

Dr. Ludwig Lindner