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Das Reaktorschutzsystem

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Das Reaktorschutzsystem
Dr.-Ing. Joachim Hornke, Juli 2009

Das Reaktorschutzsystem überwacht laufend alle wichtigen Betriebsparameter eines Kernreaktors. Bei Annäherung an Gefährdungsgrenzen löst es Sicherheitsmaßnahmen aus. Es steuert dann selbsttätig die erforderlichen Sicherheitseinrichtungen an. Dazu zählen:

  • Das Reaktorschnellabschaltsystem bestehend neutronenabsorbierenden Stäben, sowie als diversitäre Maßnahme das Einspeisen von neutronenabsorbierender Borsäure.
  • Das Gebäudeabschlußsystem, das den Sicherheitsbehälter gegen die Außenatmosphäre isoliert. Alle durch die Sicherheitsbehälterwand führenden Rohrleitungen werden durch zwei unabhängige, hintereinander angeordnete Absperrorgane verschlossen. Dies gilt allerdings nicht für die zur Störfallbeherrschung benötigten Leitungen.
  • Das Nachwärmeabfuhrsystem. Dieses System übernimmt auch bei Störfällen die ausreichende Kühlung des Reaktorkerns. Die Kettenreaktion ist zwar abgeschaltet, aber die Nachwärme muß sicher abgeführt werden.
  • Die Speisewasser-Notversorgung des Sekundärsystems. Sie stellt die sekundärseitige Speisung der Dampferzeuger sicher.
  • Die Notstromversorgung. Sie übernimmt die Stromversorgung der sicherheitstechnisch wichtigen Systeme, wenn das Kraftwerk selbst und auch das äußere Stromnetz nicht mehr zur Verfügung stehen.

Reaktorschutzsysteme sind das zentrale Sicherheitssystem eines Kernreaktors. Je nach Reaktortyp sehen sie anders aus. Aber nirgends darf man sie ohne entsprechende Reaktion des Systems außer Kraft setzen können.

In Tschernobyl war das möglich.

Dr.-Ing. Joachim Hornke
Am Honigbaum 5, 65817 Eppstein