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Gorleben

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 Aussagen zum Endlager Gorleben:
Bericht von:
Prof. Dr. Ing. Dipl. Geologe, Gert Michel
,
Dannenberg, ehem. Abteilungsleiter im Geologischen Landesamt NRW in einem Leserbrief Elbe-Jeetzel-Zeitung 21.09.2004

Behauptung: „ Der Salzstock Gorleben steht im schnell fließenden Grundwasser und kann niemals die notwendige Millionen Jahre Langzeitsicherheit bieten“.

Diese Aussage ist wissenschaftlich schlichtweg falsch und schürt unnötige Ängste bei der Bevölkerung im Wendland.

Steinsalz löst sich selbstverständlich in schnell fließendem Grundwasser. Das weiß jedes Kind. Nur existiert der Salzstock in seiner heutigen Gestalt bereits seit über 100 Millionen Jahren, weil er keinen Kontakt zu Süßwasser hat. Denn das Grundwasser in der Umgebung des Salzstockes ist eine Sole, also eine gesättigte Salzlösung, welche kein Salz mehr zu lösen vermag. Der Salzstock ist somit durch eine ruhende „Sole-Mantel-Barriere“ und zusätzlich durch wasserundurchlässige Tonschichten vor einer Auflösung geschützt.

Selbst wenn keine Subrosion (Lösung) des Salzes am Top des Salzstockes stattfindet, bedeutet das eine natürliche Hebung der Salzstock-Oberfläche von nicht mehr als 10 bis 20 m in einer Million Jahre. Wird diese Hebung durch Subrosion ausgeglichen, würde es hochgerechnet etwa 10 bis 100 Millionen Jahre dauern, bis die etwa 500 m mächtige Salzbarriere zwischen dem Salzspiegel und dem in Erkundung befindlichen Endlager abgelaugt wäre.

Um diese gewaltige Zeitspanne richtig bewerten zu können, sollte man bedenken, dass für die sichere Abschirmung der hochradioaktiven Abfälle (HAW) von der Biosphäre ein Zeitraum bis zu 100.000 Jahre gefordert wird. Das ist ein Zeitraum, der für menschheitsgeschichtliche Voraussagen unsinnig ist.

Der Salzstock ist wie weltweit kaum ein anderes Endlager-Projekt geologisch und hydrogeologisch weitgehend sehr sorgfältig erkundet. Anstatt die Eignung durch weitere Erkundung abschließend zu bestätigen oder aber gegebenenfalls zu verneinen, wurde sie willkürlich unterbrochen. Eine solche Verschwendung von Finanzmitteln und hochqualifizierten Arbeitskräften ist unverantwortlich.

Prof. Michel ist außerdem seit Jahrzehnten Hydrogeologe von unangefochtenem nationalem und internationalem Rang.   

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