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KE: Fluch oder Segen

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     Kernenergie: Fluch oder Segen von Dr. Alois Hoeld, München

Vortrag am 30. April 2009 in Wien

Die Bedeutung der Kernenergie wird weltweit in eklatanter und besorgniserregender Weise unterschätzt. Dabei steht die Weltenergieversorgung auf nur zwei Standbeinen, der Erzeugung ausreichen der Energie aus fossilen Brennstoffen oder aus Kernenergie. Wasserkraftwerke sind wegen ihres hohen Platzbedarfs (zumindest momentan) kaum bei der Bevölkerung durchsetzbar, Fusionsenergie wird erst in einigen Jahrzehnten einsatzfähig sein. ”Alternative” Energien sind wegen ihres CO2-neutralen Betriebes (genauso wie Atom- oder Wasserkraftwerke) aus Umweltgesichtspunkten sehr attraktiv. Sie können aber u. a. aus Gründen der immensen Kosten, der geringen Verfügbarkeit, der geringen Kapazität, des enormen Flächen-, Material- und auch Kapitalbedarfs entgegen der landläufigen Meinung nicht als Alternativen zu den obigen Grosskraftwerken angesehen werden und daher nur punktuell und lokal (und wegen ihrer geringen Verfügbarkeit nur im Schatten dieser Energieträger) zum allgemeinen Energiemix beitragen. Es wird prognostiziert, dass die Weltbevölkerung in den nächsten 40 Jahren um rd. die Hälfte zunehmen wird (von jetzt 6,4 auf 9,2 Mrd.) und damit die Frage, wie diese Menschen ausreichend mit Energie versorgt werden können. Und dies allein auf der Basis fossiler Kraftwerke? Schon jetzt erhöht sich trotz aller Bemühungen und verbesserter Verfahren der CO2 Ausstoss rasant und erreicht nie gekannte Rekordhöhen. Nähert sich die Welt unaufhaltsam einer Klima- und Hungerkatastrophe, mit Verteilungskämpfen, Weltkriegen?

In dem Vortrag und der darauf folgenden allgemeinen Diskussion soll geklärt werden, warum die KE zunehmend nicht nur den Status eines wichtigen, sondern mittlerweile, basierend auf der exzellenten Verträglichkeit dieser Form von Energieerzeugung mit der Umwelt, unverzichtbaren Bestandteils im globalem Energiemix einzunehmen beginnt. Es stellt sich nicht mehr die Frage, KE ja oder nein. Sie ist unverzichtbar, auch wenn dies national noch nicht realisiert wird. Alle anderen Aspekte (wie z. B. Sicherheit der Anlagen, Preis, Endlagerung usw.) sind daher nicht mehr Bedingung für den Bau solcher Anlagen, sondern müssen sich dieser Tatsache unterordnen.
Hilfreich (aber auch nicht wesentlich) ist dabei auch das bisherige glänzende Verhalten der AKW-s in bezug auf sicheren Betrieb. Die gegenwärtig mehr als 443 problemlos laufenden AKW-s (mit einer Gesamtlaufzeit von mehr als 12750 Jahren, also mehr als 6-mal die Zeitspanne zu Christi Geburt), sprechen, ohne das Todes-, ja nicht einmal Strahlenopfer zu beklagen waren, hier eine deutliche Sprache. Die einzige Ausnahme stellt der katastrophale Unfall von Tschernobyl dar. Es wird gezeigt, dass solch ein Unfall in so oder ähnlicher Form nicht mehr auftreten kann. Außerdem soll neben der sehr heftig diskutierten Frage der Sicherheit von KE-Anlagen auch auf die Problematik einer effektiven Atommüllendlagerung eingegangen werden. Wie kann man diese Art der Energieerzeugung so sicher und effektiv wie möglich machen? Ist somit die Kernenergietechnik ein Fluch oder ein Segen für die Menschheit? Dabei sollen vorab wichtige Punkte angesprochen werden, Punkte, die sonst regelmässig bei Streitgesprächen über dieses sehr kontroverse Gebiet auftauchen. Statistiken zu dieser Art der Energieerzeugung sollen helfen, einen Überblick über die dabei auftretende Problematik in den verschiedenen Ländern zu geben. Welche alternative Möglichkeiten gibt es, um der zunehmenden Energie- und hier vor allem Stromknappheit der heutigen und insbesondere zukünftigen Welt entsprechend zu begegnen.

In einer allgemeinen Diskussion sollen zusätzlich interessante Beiträge und Statistiken zu diesem heiss umstrittenen Thema der ”Option Kernenergie“eingebracht werden. Den Teilnehmern soll ausreichend Zeit zur Verfügung gestellt werden, um eventuelle Einwände gegen die im Vortrag geäusserten Argumente vorzubringen. Ziel ist es, über die wichtigsten Aspekte dieser für unsere Zukunft und Umwelt so entscheidenden Frage ausführlich zu informieren und so den Zuhörern die Möglichkeit zu geben, sich selbst ein Bild zu machen, welchen Stellenwert die Kernenergie im Rahmen der Umweltdiskussion besitzt sowie in Zukunft besitzen wird.