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Leserbrief  Energieversorgung

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Leserbrief von Dr. Ludwig Lindner an die  FAZ vom 30.12.07 zum Thema:
Unrealistische  Vorstellungen in der Bevölkerung bei der  Energieversorgung
veröffentlicht 18.01.2008

Nach dem Artikel von Prof.  Renate Köcher/Institut für Demoskopie Allensbach in der FAZ vom 19.12.07 wurde  gefragt: "Wie sollte die Bundesregierung auf die derzeitige Entwicklung der  Energiepreise für Strom, Gas und Heizöl reagieren?" sagten 73 % "Erneuerbare  Energien wie Windkraft, Sonnenenergie usw. stärker fördern". Dazu erläutert  Prof. Köcher: "Die Kosten der staatlichen Subventionierung regenerativer Energien sind der übergroßen Mehrheit nicht bekannt. Die meisten Leute nehmen  an, dass regenerative Energien nicht nur dazu beitragen, die Abhängigkeit von  anderen Energiequellen zu vermindern, sondern halten sie auch für besonders  preiswerte Energieträger. Seit vielen Jahren ist die öffentliche Meinung von  einer geradezu romantischen Zuneigung zu regenerativen Energien  gekennzeichnet".

Die regenerativen Energien wie Windstrom, Solarstrom  und Strom aus Biomasse werden nach dem Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG)  über den Strompreis bei den Verbrauchern subventioniert. Es lässt sich leicht  nachrechnen, dass der Strom aus Windkraft mit etwa 8 cts/kWh, der Solarstrom mit  50 cts/kWh und der Strom aus Biomasse mit etwa 7 cts/kWh subventioniert wird. Im  Vergleich dazu ist die Subventionierung der deutschen Steinkohle (25 Mill. t /Jahr)- die über Steuern erfolgt - mit 2,5 cts/kWh geradezu preiswert. Der  Strom aus der CO2-freien Kernenergie kostet  nur 2,5 cts/kWh und wird  überhaupt nicht subventioniert.

Die Subventionierung der regenerativen  Energien führt dazu, dass der Mischpreis für die Stromerzeugung bei etwa 5 cts/kWh liegt (bei den wirtschaftlichen Verfahren wie Strom aus Braunkohle, Kernenergie,  Steinkohle, Erdgas und Wasserkraft im Mittel nur bei etwa 3,5 cts/kWh). Der Verbraucher zahlt jedoch rund 21 cts/kWh, davon 7,8 cts/kWh  für Netzentgeld und Messung, aber 8,2 cts/kWh für Steuern und  Abgaben.

Die Subventionierung der regenerativen Energien  kostet die Volkswirtschaft, d. h. bei uns über den Strompreis,  etwa 8 Mrd. €/Jahr, bis 2020 hat der frühere  Bundeswirtschaftsminister 250 Mrd. bereits im Jahr 2001 errechnen lassen, Zahlen im mehrstelligen Milliardenbereich wurden auch jetzt immer wieder bestätigt.

Was ist für eine realistische Aufklärung der Bevölkerung zu tun? Die Politik, insbesondere der Bundesumweltminister aber auch  die Bundeskanzlerin, die Parteien, die Medien, aber auch die  Energieversorger müssen realistisch über die notwendige Energieversorgung für den Industriestandort Deutschland informieren. Es ist unverantwortlich, der  Bevö¶lkerung vorzugaukeln, dass man unseren Lebensstandard und unsere  Arbeitsplätze weitgehend mit dem wetterabhängigen und ungesicherten Strom  aus Windkraft und Sonne versorgen könnte. Die internationalen Organisationen,  wie z. B. die Internationale Energieagentur (IEA) betonen immer wieder, dass in  der Zukunft alle Energieerzeugungsarten genutzt werden müssen, um den steigenden  weltweiten Energiebedarf bei der steigenden Weltbevölkerung zu  befriedigen.

ludwig_lindner@t-online.de