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Leserbrief Energiepolitik

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Der nachstehende Brief wurde im Dezember 2005 an 1100 Bundestagsabgeordnete und Landespolitiker persönlich per Post verschickt.

Absender:

    - KTG-Fachgruppe “Nutzen der Kerntechnik“;
    - Verband für Gesundheits-& Landschaftsschutz (VGL);
    - Bürger für Technik (BfT); 
    - Aktionsgemeinschaft für Energiesicherung und Kerntechnik (AEK);
    - Internationaler Arbeitskreis für Verantwortung in der Gesellschaft (IAVG);
    - VAA-Interessenkreis für Wissenschaft und Technik (VAA-IWT)und Unabhängige Bürger

    Wir brauchen eine realistische Energiepolitik

Eine ausreichende Energieversorgung ist die Grundvoraussetzung für unser Leben, Arbeit und Wohlstand. Strom ist die edelste Energie, einsetzbar für alle Zwecke. Ohne Strom funktioniert unsere moderne Welt nicht mehr. Ein breiter Energiemix bei der Primärenergie und beim Strom bedeutet Versorgungssicherheit und begünstigt niedrige Preise.

Die Politik der sog. Energiewende der vergangenen sieben Jahre mit dem Ausstieg aus der Kernenergie ist ein Irrweg. Er ist nicht durchführbar, führt unser Land in die Sackgasse und in den Staatsbankrott. Außerdem ersparen die deutschen Kernkraftwerke 160 Mill. t CO2-Emission pro Jahr, so viel, wie alle deutschen Kraftfahrzeuge pro Jahr ausstoßen. Unsere Forderung deshalb:

Schluss mit dem Kernenergieausstieg, Schluß mit der Überförderung der erneuerbaren Energien, Rückkehr zu einer Energiepolitik der Vernunft.

Begründung:

Die Kernenergie liefert über 50% des Grundlaststroms in Deutschland. Auf diesen preiswerten Strom können und wollen wir nicht verzichten, weil dies der Volkswirtschaft und damit ganz Deutschland nutzt.

Wind- und Solarstrom können wegen ihrer Unstetigkeit die Kernkraft nicht ersetzen, denn der Wind hat häufig Flaute, die Sonne geht abends unter und versteckt sich tagsüber meist hinter Wolken. Strom ist ohne Umwandlung nicht speicherbar.

Ein sich drehendes Windrad bedeutet noch lange nicht, dass es auch Strom liefert. Windräder liefern 1500 Volllaststunden im Jahr Strom, Solaranlagen nur 800 Volllaststunden. Wir brauchen aber das ganze Jahr über Strom, das können nur Kernenergie und Kohlekraftwerke, die mehr als 8000 Stunden pro Jahr verfügbar sind.

Die Aussage "Erneuerbare Energien machen den Weiterbetrieb von Kernkraftwerken in Deutschland überflüssig" ist falsch. Die Bürger sind nicht bereit, Computer, Kühlschrank und Waschmaschine nur dann zu betreiben, wenn der Wind weht oder die Sonne scheint.
Immer dann, wenn der Wind weht oder die Sonne scheint, müssen Kraftwerke mit billigem Strom, dessen Erzeugung nur 2 bis 3 ct/kWh kostet, zurück gefahren werden, damit der teure Strom für 10 ct/kWh (Wind) bzw. 50 ct/kWh (Sonne) ins Netz eingespeist werden kann. Auf Jahrzehnte besteht keine Aussicht, Wind- und Solarstrom in Deutschland wirtschaftlich zu erzeugen. Dazu auch Prof. Carl-Christian von Weizsäcker: “Das erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) ist ökologisch nutzlos, volkswirtschaftlich zu teuer und sollte konsequenterweise abg
eschafft werden.“

Die Kosten für die Einspeisevergütung nach EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) und KWKG
(Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz) betrugen im Jahre 2004 bereits 3,6 Mrd. Euro. Die Subventionierung der sog. regenerativen Energien belastet damit jeden 4-Personen-Haushalt in Deutschland mit rund 200 Euro pro Jahr. Davon profitieren im wesentlichen die Geldanleger, also Leute mit zu viel Geld.
Windräder und Solarzellen sind inzwischen technisch ausgereift und benötigen keine Überförderung mehr. Die Weiterführung der Förderung im bisherigen Maße würde die deutsche Volkswirtschaft bis 2020 etwa 250 Mrd. Euro
kosten (Diese Aussage einer Studie aus dem Jahre 2001 wurde vom damaligen Bundeswirtschaftsminister und heutigem RAG-Vorsitzenden Werner Müller Ende 2004 nochmals bestätigt). Von diesem Geld werden subventionierte Arbeitsplätze in der Wind- und Solarindustrie erhalten. Zum überwiegenden Anteil fließt das Geld in die Taschen von Geldanlegern. Die Rendite der reichen Geldanleger erreicht das Doppelte vom üblichen Zins, den der kleine Sparer bei seinem Geldinstitut erhält. Das ist ein Skandal angesichts der vielfältigen Probleme in den Bereichen Rente, Gesundheit und Arbeit.
Die in Deutschland verbreiteten Nachrichten, dass auch das Ausland auf Kernkraft verzichten würde und auf erneuerbare Energien setzen würde, sind eine Lüge. Deutschland steht mit seiner Energiepolitik allein, das Ausland schaut mit Unverständnis zu bzw. es lacht über die deutsche Naivität.
In den USA haben von den 103 Kernkraftwerken 35 Anlagen eine Verlängerung der Betriebszeit auf 60 Jahre erhalten. Die Vorteile durch die Laufzeitverlängerung werden für einen typischen 1.000 MW-Reaktor auf ca. 120 Mill. US $ pro Jahr geschätzt.
3 Stromunternehmen haben bereits Anträge für die Standortgenehmigung eines neuen Kernkraftwerkes eingereicht.
Auch die Schweiz hat für ihre Kernkraftwerke eine unbefristete Betriebsgenehmigung erteilt.
Und Finnland und Frankreich bauen in Westeuropa neue Kernkraftwerke.
In den USA wurde ein neues Energiegesetz verabschiedet, wonach von 2006 bis 2015 für die Entwicklung eines neuen Reaktorprototyps 1,25 Mrd. US $ vorgesehen sind. Das Programm enthält auch Investitionsanreize für bis zu 6 neue Reaktorblöcke.

Sozial ist, was Arbeit schafft.

Hohe Energiepreise, Bürokratismus, Reformunwilligkeit und fehlende Aussicht auf eine Rückkehr zur Vernunft vertreiben international arbeitende Firmen aus Deutschland ins Ausland. Das Warten auf Besserung in Deutschland erscheint inzwischen als aussichtslos. Die Abwanderung ins Ausland wird sich durch Deutschlands Zaudern und Verzögern der notwendigen Entscheidungen verstärken. Jüngstes Beispiel ist der Aluminiumhersteller Norsk Hydro in Hamburg und Stade. Andere energieintensive Industrien wie Stahl, Papier und Chemie werden folgen, wenn nicht bald gegengesteuert wird.

Das im Oktober 2005 erschienene Papier zur Energiepolitik von den Gewerkschaften IGBCE, ver.di und den Stromerzeugern EnBW, E.ON, RWE und Vattenfall ist ein mutiger Schritt zu mehr Wahrheit. In diesem Sinne ist unverzügliches Handeln erforderlich. Jeder vergehende Tag ohne Taten bringt unser Land dem Abgrund einen Schritt näher und versperrt die Rückkehr zur Vernunft.

Wir fordern von unseren Politikern Ehrlichkeit und Engagement ohne Ideologie.

Im Energiebereich bedeutet dies:

  • Treten Sie den Lügen entgegen, dass man Deutschland mit erneuerbaren Energien versorgen könne und dass erneuerbare Energien Arbeitsplätze schaffen würden. Jeder Arbeitsplatz im Bereich der Windenergie wird mit 70.000 Euro subventioniert.
  • Sie müssten als Politiker auch sich selbst gegenüber ehrlich sein. Beteiligen Sie sich nicht an Wind- oder Solaranlagen oder entsprechenden Fonds, auch wenn das legal ist. Diese Steuerschlupflöcher müssen verschlossen werden! Sie haben laut Grundgesetz die Pflicht dem Volk zu dienen. Sie haben deshalb auch die moralische Pflicht, sich nicht zu Lasten der Bevölkerung daran zu beteiligen.
  • Zur Endlagerung von radioaktiven Abfällen: Engagieren Sie sich, dass das Endlager Gorleben für hochradioaktive Abfälle zügig weiter erkundet wird. Das Endlager Konrad für schwach- und mittelaktive Abfälle muss endlich in Betrieb genommen werden. Das Endlagerproblem muss gelöst werden, unabhängig davon, ob man die Kernenergie befürwortet oder nicht.
  • Betrieb der Kernkraftwerke: Engagieren Sie sich dafür, dass die deutschen Kernkraftwerke weiter betrieben werden. Es macht keinen Sinn, sie bei uns zu schließen, wenn weltweit und rings um Deutschland Kernkraftwerke länger laufen dürfen und neue gebaut werden. Es wäre fatal, wenn Deutschland dann aus ausländischen Kernkraftwerken Strom bezieht. Deutschland muss wieder führend in der Kernkraftwerkstechnologie werden.

Im Namen der Gruppen mit freundlichen Grüßen

Eckehard Göring  Rolf Ihsen  Dr. Ludwig Lindner  Dr. Lutz Niemann  Dr .Hans Penner  KlausTheißing

Kontaktadresse: Dr. Ludwig Lindner, Emslandstr.5, 45770 Marl, E-Mail:

Dieser Text

    “Wir brauchen eine realistische Energiepolitik


wurde von 350 Bürgern aus ganz Deutschland unterschrieben und diese Unterschriften stehen stellvertretend für viele Millionen Bürger in Deutschland!