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Leserbrief Rebell Clement

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Die eigene Meinung ist verpönt - Rebell Clement
Leserbrief von Dr. Ludwig Linder in Süddeutische Zeitung vom 25.01.2008

“Struck regt Partei-Ausschluss von Clement an“ und “Genosse Querschläger“

Peter Struck bezeichnet Clement als "bezahlten Lobbyisten", weil dieser im Aufsichtsrat von RWE sitzt. Aber dass der bezahlte Lobbyist Schröder, der die Interessen des russischen Gasriesen Gasprom vertritt, sich im Wahlkampf engagiert, wird dankend hingenommen. Struck regt den Partei-Ausschluss von Clement an, der ein verdienter SPD-Politiker ist.

Parteidisziplin und Ideologietreue waren in den letzten Jahren das Markenzeichen der SPD, eigene und kritische Meinungen sind verpönt. Der Rat des früheren Bundeswirtschaftsministers Wolfgang Clement in Hessen "nicht die SPD und Ypsilanti zu wählen" wird als  ein gezielter Schuss gegen die SPD-Kandidatin Ypsilanti empfunden wegen deren irrealer Forderung "Hessen ohne Kohle- und Kernkraftwerke".

Clements Rat ist aber auch ein Volltreffer bei den Ideologen in der SPD-Spitze wie Sigmar Gabriel und auch Kurt Beck. Clement ist ein kompetenter Energiefachmann, er ist ein Patriot, für den Deutschland wichtiger ist als Parteiideologie. Clement hält schon seit langem den Atomausstieg für falsch und fordert einen Ausstieg aus dem Atomausstieg.

Er steht damit keineswegs allein auf weiter Flur :Clement wird dabei unterstützt von prominenten SPD-Mitgliedern wie Helmut Schmidt, Hubertus Schmoldt (Vorsitzender der IG BCE), Prof. Fritz Vahrenholt (Ex-Chef der Windkraftfirma RE-power),  Prof. Rolf Linkohr (langjähriger EU-Abgeordneter und Ehrenpräsident des europäischen Energieforums).

Weitere Unterstützer für Clements Position sind neben vielen Industrieverbänden: der jüngst mit dem Nobelpreis ausgezeichnete Prof. Grünberg, Frau Prof. Dr. Claudia Kemfert (Dt. Institut für Wirtschaftsforschung DIW Berlin/Professorin an der Humboldt-Universität zu Berlin), die Umweltschützer James Loveslock, Hugh Montefiori (früheres Vorstandsmitglied bei Friends of the Earth) und Patrick Moore (früherer Greenpeace-Chef) und der Papst. Es wird spannend zu erleben, ob Clement seinen Abschied nimmt oder auch andere SPD-Politiker, je nach Ausgang der Wahlen.

Dr.Ludwig Lindner