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 Leserbrief zu "Steter Tropfen höhlt das Salz"
 Welt 13.06.200909 Seite W 1

"Asse schleunigst verfülle/Zu viel Lamento"
Leserbrief von Dr. Ludwig Lindner veröffentlicht Welt 18.06.09

In  den Medien wird viel zu viel lamentiert wegen der Probleme im Bergwerk  Asse. Tatsachen sind:

  • Die Abfälle in den Fässern sind mit  Bitumen oder Beton verfüllt .
  • Das Eindringen von Wasser in ein Bergwerk ist  eine ganz normale Erscheinung.
  • Es werden täglich etwa 10 m3 Salzlauge aus der Asse herausgeholt. Diese sind im Sinne der  Strahlenschutzverordnung kontaminationsfrei.
  • Heute sind die meisten Hohlräume der Asse mit Abraumsalzen verfällt.
  • Es wurden außerdem bereits  800.000 m3 Hohlraum mit einem Spezialbeton verfüllt.
  • Man sollte zügig mit der  Befüllung der Asse mit Beton oder anderen Materialien  fortfahren.


Dr. Ludwig Lindner

Leserbrief zu Asse von Dr. Lutz Niemann
veröffentlicht Welt 18.06.09

In der  ASSE lagern als wesentliche Abfallmengen je ca. 100 Tonnen Uran und Thorium  sowie ca. 10 kg Plutonium, verteilt über 125 000 Fässer. In den Fässern sind die  Abfälle wiederum eingegossen in Bitumen oder Beton. Nun sind radioaktive Stoffe ein Teil der Natur, es gibt sie überall. So sind in dem Deckgebirge über dem  Endlager von einem halben Kubikkilometer Volumen (1/2 km Tiefe und der Fläche  1km mal 1km) 4000 Tonnen Uran, 12 000 Tonnen Thorium und 3 500 Tonnen Kalium-40  enthalten, wie sich aus der mittleren Konzentration dieser Elemente in der  Erdkruste errechnen lässt. Es werden also die Abfälle in der Tiefe durch die  hundertfache Menge an radioaktiven Stoffen im Deckgebirge zugedeckt. Warum  sollten die Abfälle unten im Endlager gefährlicher sein als die darüber in der  Erdkruste enthaltene 100-fach größere Menge an radioaktiven Stoffen?

Aus der ASSE wurde durch den  Kaliabbau etwa so viel Radioaktivität heraus geholt (einige zehn hoch zwölf  Becquerel), wie durch die Endlagerung der Abfälle wieder hinein gebracht wurde  (wenn man nur die langlebigen Nuklide betrachtet).

Es wurden brüchige Stollen  und das Eindringen von gesättigter Salzlösung ins Bergwerk beklagt. Diese Dinge  sind ganz normale Erscheinungen, die in jedem Bergwerk auftreten und im Kohlebergbau zum Beispiel in viel größerem Umfang (in den 10 Kohle-Bergwerken  der RAG 35 Millionen Liter Wasser pro Tag, lt. ZDF, Mittagssendung vom  31.03.2009). Für die Menschen im Ruhrgebiet ist es eine Alltäglichkeit, dass  infolge zusammenbrechender Stollen und nachbrechendem Deckgebirge an der Oberfläche Vertiefungen entstehen, mit weitreichenden Folgen für Bebauung,  Landwirtschaft, Infrastruktur,  Natur.

Heute sind die meisten  Hohlräme der ASSE mit Abraumsalzen verfüllt, das Bergwerk wird  geschlossen.

Dr.  Lutz Nieman

Leserbrief zu Asse von Harald Klinkert
veröffentlicht Welt 18.06.09

Angesprochen werden die unvorstellbaren Zeiträume der Kernphysik mit Halbwertzeiten von Jahrmillionen. Stimmt, sonst hätten wir das Uran heute nicht mehr als Erz im Boden. Gegenmaßnahme: Wiederaufarbeitung abgebrannter Brennelemente mittels Purex-Verfahren. Dann bleiben hochaktive Spaltprodukte für das Endlager. Sie sind nach etwa 800 Jahren abgeklungen auf den Strahlungswert von Erz. Der Weg war im Atomgesetz vorgesehen, wurde jedoch von Trittin als Minister verboten.

Harald Klinkert, Ründeroth

 

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