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Mobile Energie für den Autoverkehr aus heimischer Biomasse
(HTR + Biomasse für ”Sprit“) von Jochen K. Michels vom 02.08.2009

wilde Ölpreisschwankungen, russische Winter-Gas-Aktionen schärfen unser aller Bewusstsein für die zentrale Bedeutung der Energie. Während man nur hoffen kann, dass Desertec nicht ein ähnliches Schicksal erfährt wie der Transrapid, lohnt es sich, den Blick auf eine Energiequelle zu richten, die wir weitestgehend im eigenen Land aufbauen und nutzen können.

Eine besonders wirkungsvolle und praktikable Lösung ist die Erzeugung von Sprit aus heimischen Biostoffen mit grüner Kernenergie. Zunächst erschien kaum glaubhaft, was sich beim näheren Zusehen als realistisches Projekt darstellt. Beim Recherchieren wurde es noch weniger verständlich, dass man dies nicht längst nutzt.
Kurz zusammengefasst wird zur Herstellung des Auto-Treibstoffes Ethanol das Hydrierverfahren genutzt, das im letzten Krieg eingesetzt wurde, um aus Holz, Pflanzen und Kohlen Kraftstoff zu erzeugen. Das Fischer-Tropsch-Verfahren wird heute weltweit überall dort eingesetzt wo man Ähnliches betreibt. Es ist aber sehr wärmebedürftig und verschlingt gut ein Drittel der gewonnenen Energie schon wieder im Herstell-Prozess.
Will man diese Wärme von außen zuliefern, eignet sich dafür in hervorragender Weise der Hochtemperatur-Reaktor (HTR), der vor 30 Jahren in Hamm-Uentrop erbaut und wurde und vor 20 Jahren abgeschaltet wurde. Anders als die heutigen Kernkraftwerke der Generationen 1 bis 3 besteht bei diesem Reaktor (4. Gen.) keine der üblichen Gefahren. Auch sein Vorgänger AVR in der Jülicher Kernforschungsanlage hatte dies schon bewiesen. Heute setzen Südafrika und China entschlossen auf diese Technik, teils mit deutscher Unterstützung.
Die Kugelhaufen-Reaktoren sind so sicher, weil sie sich bei Beschädigung, Überhitzung und anderen Störfällen von selbst „löschen“. Eine Kernschmelze ist nicht möglich.
Wenn man die Temperatur des Kugelhaufenreaktors von 1.000 bis hinab zu 650 Grad Celsius nutzt, um den Hydrierprozess durchzuführen, bleibt anschließend noch genug hochgespannter Dampf zum Betreiben von Strom-Generatoren und ggf. sogar noch für Fernheizung verfügbar. Man kann also 2 bis 3 Energieformen nutzen, statt die Umwelt zu überhitzen. Flüsse werden nicht mehr überwärmt. Ein Trocken-Kühlturm genügt, wie in Hamm zu besichtigen war.

Ist denn in Deutschland genügend Biomasse vorhanden, ohne dass wir unsere Nahrungsbasis in Gefahr bringen ? Auch diese Sorge erweist sich als unbegründet, wenn man genau hinsieht. Denn unser Waldbestand kann allein aus dem jährlichen Zuwachs einen großen Teil der benötigten Biomasse liefern. Und das kann man steigern: auf Brach-Flächen beginnt RWE schon heute den Anbau schnell wachsender Pappeln in Kurzumtriebs-Plantagen.
Wir brauchen aber nicht zu warten: Braunkohle eignet sich ab sofort (wie Steinkohle) und sogar Raffinerie-Abfälle für die Spritgewinnung. Man kann die relativ kleinen Anlagen direkt beim Tagebau oder in der Raffinerie errichten.
Bürgernah ist auch folgender Aspekt, der gesellschaftspolitisch Bedeutung hat: Kugelhaufen-Reaktoren können mit kleiner Leistung gebaut werden und können daher in großer Zahl nahe beim Verbraucher errichtet werden. Die Abhängigkeit von Oligopol-Strukturen wird damit verringert, der Anreiz für Terroristen entfällt, Ausfälle können schnell ausgeglichen werden, die Risiken großer Strom-Fernnetze verschwinden..
Und was die Autos angeht, so zeigt mindestens ein deutscher Hersteller schon seit Jahren, dass man mit Flexifuel (E85) betriebene PKW schon unter 20.000 Euro liefern kann. In Schweden hat man das Tankstellennetz schon weit besser umgerüstet, so dass dort diese Autos mehr Käufer finden als bei uns.

Was hier nur in Kürze umrissen wurde, kann man unter www.biokernsprit.org detailliert finden.

Jochen K. Michels