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Schutz von terroristischen Angriffen

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    Schutz vor terroristischen Angriffen auf Kernkraftwerke

    Aufgrund der Flugzeugangriffe auf das World Trade Center am 11. September 2001, wegen der Terrorangriffe auf Züge in Spanien und anderer Terroraktivitäten fordern die Kernkraftgegner wiederholt die sofortige Abschaltung von Kernkraftwerken.

    Damit wäre das Problem Terrorgefährdung jedoch nicht gelöst.

    Es gibt in Deutschland 7.800 Anlagen, die zu einer Gefahr für die Umwelt und Bevölkerung werden könnten, insbesondere bei Angriffen von Terroristen. Diese Anlagen unterliegen deshalb der Störfallverordnung, so der Vorsitzende der deutschen Störfallkommission Christian Jochem. Diese alle zu schützen ist nicht möglich.

    Nicht nur Deutsche Kernkraftwerke, sondern auch 3 Schweizer Kernkraftwerke, deren Stillegung Greenpeace forderte, und auch weitere der 120 Kernkraftwerke in Frankreich und in anderen EU-Ländern in der Nähe Deutschlands könnten betroffen sein. Als nächstes müssten Fußballspiele am Wochenende verboten, Flugplätze und das Frankfurter Waldstadion (nahe dem Frankfurter Flughafen) geschlossen, Raffinerien und Chemieanlagen geschlossen, Staus auf den Autobahnen "verboten" werden usw. Alles dies sind mögliche Angriffsstellen von Terroristen mit voll getankten Verkehrsflugzeugen oder anderen Selbstmordattentätern.

    Es ist Aufgabe der Bundesregierung als gesamtstaatliche Aufgabe, ein schlüssiges Gesamtkonzept gegen Terror zu erstellen und nicht nur Einzelmaßnahmen bei Kernkraftwerken zu ergreifen, wie es einige Landesregierungen, wie Niedersachsen, Bayern, Baden-Württemberg und Hessen und auch Sozialministerin Heide Moser / Schleswig-Holstein gefordert haben.

    Bezüglich eines möglichen Angriffes mit Flugzeugen auf gefährdete Industrieanlagen müssen Primär-Maßnahmen gegen Terroristen im Flugzeug erfolgen: verschlossene Cockpit-Türen und Sicherheitspersonal (wie jetzt in den USA-Maschinen, sog. Sky Marshals). Die Israelis tun dies seit 30 Jahren und seit dieser Zeit sind noch keine Terroranschläge in El-Al-Maschinen erfolgt. Auf den Flughäfen wären Warn- und Signaleinrichtungen und ggf. sogar Militär-Flugzeuge als Abfangjäger und ähnliches denkbar.

    Es wird Zeit, daß die Bundesregierung in Zusammenarbeit mit den anderen Regierungen und den Luftfahrtgesellschaften auch entsprechende Maßnahmen ergreift und dazu die organisatorischen und juristischen Voraussetzungen schafft.

    Frau Dr. Uhlmann, Pressesprecherin EON Energie, hat in ihrer Erklärung im Heute-Journal am 23.02. sehr überzeugend dargelegt, dass das Maßnahmenpaket bei den Behörden eingereicht ist und dass Sicherheitsmaßnahmen nicht öffentlich diskutiert werden, um den Terroristen keine direkten Informationen zu geben.

    Das Deutsche Atomforum bekräftigte, dass alle deutschen Kernkraftwerke über eine Schutzstruktur verfügen, die weit über die anderer Industrieanlagen hinausreichen. Dennoch habe man Konzepte erarbeitet, diesen sehr hohen Schutz noch zu verbessern, auch wenn aus Gründen der Flugphysik bodennahe Ziele für Terrorangriffe im Stil des New Yorker Attentats schwer zu treffen sind. Die Sicherheitskonzepte würden auf höchster Ebene abgestimmt, so der Sprecher des Deutschen Atomforums Christian Wilson.

    Sehr eindrucksvoll ist auch ein in den USA durchgeführte Versuch mit dem Aufprall eines Militärjets auf eine meterdicke Betonwand mit 800km/h, die Betonwand wurde nur um 10 bis ca. 30 cm „angeknabbert“.

    Autor: Dr. Ludwig Linder, E-Mail: Ludwig.Lindner@buerger-fuer-technik.de

    Weitere Informationen siehe auch:

    Sind die deutschen Kernkraftwerke gegen Flugzeugabsturz gesichert? http://www.energie-fakten.de/html/absturz.html „Zur Flugzeugabsturzsicherheit kerntechnischer Anlagen: http://www.energie-fakten.de/html/inhalt-hintergrund.html

    Das britische Parliamentary Office of Science and Technology (POST) - hat einen Bericht zur Einschätzung des Risikos von terroristischen Attacken auf nukleare Einrichtungen veröffentlicht.

    Die Kurzfassung ist im Internet abrufbar:
    http://www.parliament.uk/documents/upload/POSTpn222.pdf
    und der 148 Seiten umfassende Bericht:
    http://www.parliament.uk/documents/upload/POSTpr222.pdf