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Bericht von Dipl.-Ing. Eckehard Göring und Dr. Ludwig Lindner vom 25.09.2007 zum Thema: Sicherheitseinrichtungen bei bestehenden Kernkraftwerken und beim finnischen EPR
Sicherheitsmaßnahmen in bisherigen Kernkraftwerken
Konstruktive Maßnahmen zur Reaktorsicherheit
- Kristallgitter des Brennstoffes Urandioxid (UO2) selbst
- Brennstabhülle aus einer Zirkonlegierung
- Reaktordruckbehälter aus Stahl, Wandstärke ca.30 cm, verringert die Gammastrahlung
auf den 100.000. Teil der im Reaktorkern herrschenden Strahlung
- Biologischer Schild 2 m Stahlbeton zur vollständigen Abschirmung der Neutronen und
Gammastrahlung
- Sicherheitsbehälter aus Stahlbeton mit innenliegender Dichthaut aus Edelstahl
- Reaktorgebäude zum Schutz gegen äußere Einwirkungen
- Rückhaltevorrichtungen für flüssige und gasförmige radioaktive Stoffe
Schaltungstechnische Einrichtungen zur Reaktorsicherheit
- Mehrfach-Schnellschlussarmaturen für alle Rohrleitungen, im Bereich des Reaktordruckbehälters und des Sicherheitsbehälters.
- Redundante Sicherheitssysteme, d.h. Abschaltung und Steuerungsfunktionen sind mindestens 3-fach, an Schlüssel-Stellen 4-fach ausgeführt.
- Räumliche Trennung der Schaltstellen und Kabelwege; Schaltungen mit gleicher Zielsetzung aber unterschiedlicher Auslösung
- Automatisierte Leittechnik, die sich durch möglicherweise falsches Verhalten des Betriebspersonals nicht beeinflussen lässt
- Fail-Safeschaltungen: automatisches Abfahren der Anlage in eine sicheren Betriebszustand
- Notkühlsysteme
- Notstromversorgung
Organisatorischen Sicherheitsmaßnahmen
- Qualitätssicherung der Komponenten vor dem Einbau
- Wiederkehrende Prüfungen nach vorgegebenem Organisationsplan
- Regelmäßige Personalschulung und – Unterweisung vor Ort
- Regelmäßige, wiederkehrende Ausbildung des gesamten Schichtpersonals im Simulatorzentrum in Essen-Kupferdreh. Dort sind die Leitwarten der einzelnen Kernkraftwerke originalgetreu aufgebaut mit dazugehöriger simulierter Anlage zur Übung von Störfällen.
- Kontrolle, Schulung und Überwachung des Personals im Strahlenschutz
Weitere Sicherheitsmaßnahmen beim EPR/Finnland
Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen beim EPR in Finnland und Frankreich
- Auslegung gegen Kernschmelze durch Sammeln und Kühlen der Kernschmelze in einer speziell ausgeführten Reaktorgrube aus keramischem Material mit separater Notkühlung
- sog. Rekombinatoren (40 Stück) verhindern, dass sich mit der Kernschmelze explosible Wasserstoff/Luft-Gemische bilden und somit Verhinderung einer Explosion von innen.
- Zusätzliche Schutzbarriere gegen Einwirkung von außen (Flugzeugabsturz, Druckwellen)
- Doppeltes Containment (Sicherheitsbehälter) mit Ringraumabsaugung zur Verhinderung, dass radioaktives Inventar ins Freie gelangt
- Erweiterte Sicherheitssysteme in voller 4-fach-Redundanz
www.buerger-fuer-technik.de / Goering.Eckehard@VDI.de / ludwig_lindner@t-ionline.de
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