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       Studie: “Energiewirtschaftliche Planung für die Netzintegration
                     von Windenergie in Deutschland an Land und Offshore”

  • 1. Organisatorisches und Hintergrund der Studie:
  • 2. Anmerkungen zur Studie

 Organisatorisches und Hintergrund der Studie:

Die halbstaatliche Deutsche Energie-Agentur GmbH (Dena) gehört zu 50 % der Bundesrepublik Deutschland und zu 50% der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Die Bundesrepublik wird im Aufsichtsrat der Dena von Bundeswirtschaftsminister Clement vertreten und von Bundesumweltminister Trittin. Die KfW schickte zwei Vorstandsmitglieder in den Aufsichtsrat der Dena.

Mit T. von Heydebreck wird die Energie-Agentur von einem Vorstandsmitglied der Deutschen Bank AG beaufsichtigt, obwohl die Deutsche Bank nicht zu den Gesellschaftern gehört.

Geschäftsführer der Dena ist Stephan Kohler. Der einstige Mitarbeiter beim TÜV Bayern (Abteilung Kerntechnik/Strahlenschutz) und bei der Mannheimer Hochtemperatur Reaktorbau GmbH (HRB) wechselte 1981 zum Öko-Institut Freiburg. Als Mitautor des Buches "Die Energiewende ist möglich" kritisierte Kohler heftig die großen Stromkonzerne wie RWE und VEBA (heute E.ON) und plädierte für eine dezentrale, kommunale Energiewirtschaft. Ab 1991 wurde Kohler Geschäftsführer der neu gegründeten Niedersächsischen Energie-Agentur in Hannover. Im Oktober 2000 wurde er Geschäftsführer der Dena.

Bei der nun der Öffentlichkeit vorgestellten Dena-Netzstudie (500 Seiten) mit dem Titel "Energiewirtschaftliche Planung für die Netzintegration von Windenergie in Deutschland an Land und Offshore" wurden die Rahmenbedingungen im "Konsens" festgelegt. Erarbeitet wurde die Studie von einem "Konsortium vom Energiewirtschaftlichen Institut an der Universität Köln“, dem Deutschen Windenergie-Institut und den Netzgesellschaften der großen Kohle- und Kernkraftwerksbetreiber, im Einzelnen E.ON Netz GmbH, RWE Transportnetz Strom GmbH und Vattenfall Europe Transmission GmbH. Finanziert wurde die Dena-Netzstudie anteilig von Verbänden und Unternehmen der Windkraftbranche, der Netzbetreiber, der Anlagenhersteller und der konventionellen Kraftwerksbranche sowie dem Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit. Die Dena-Studie hat etwa 700.000 Euro gekostet. Die Studie wurde auf das Jahr 2015 bezogen und der Ausbau der erneuerbaren Energien auf einen Anteil von 20 Prozent begrenzt. (www.deutsche-energie-agentur.de )

  • Investitionen in Windkraftanlagen

Durch die Installation von Windkraftanlagen mit insgesamt 37 000 Megawatt könnten 2015 aber nur etwa drei herkömmliche Kraftwerke mit insgesamt 2300 Megawatt wirklich ersetzt werden, heißt es in der Studie. Nach den Plänen Trittins sollen dafür allein in Nord- und Ostsee zwischen 5000 und 8000 Windkraftanlagen errichtet werden. (Welt 25.02.05) Die Investitionen in die Off-Shore-Windräder liegen bei 45 Mrd. Euro, außerdem muss die vorzuhaltende Reserveleistung an konventioneller Kraftwerksleistung wegen des ungesicherten Windstroms ausgebaut werden. (FTD 25.02.05)) Der eigentliche Bau der Windparks in Nord- und Ostsee sowie der Anschluß an Land wird von Dewi-Chef Jens Peter Molly (Deutsches Windenergie-Institut Wilhelmshaven) auf 1,8 Mill. Euro/MW geschätzt, rund 80 % mehr als auf dem Land. (VDI-Nachr. 25.02.05). Durch den Ausbau der Windkraft werden neue Gasturbinenkraftwerke begünstigt, die zum Ausgleich von Schwankungen besser geeignet sind als Kohlekraftwerke. Damit steigt aber auch die Abhängigkeit vom Importbrennstoff Erdgas (Handelsblatt 25.02.05)

  • Investitionen in Stromleitungen

Die Integration der Windkraftanlagen in das Stromnetz sei technisch "machbar", erfordere aber Investitionen von rund 1,1 Mrd. Euro für 850 km neue Höchstspannungsleitungen an Land, so die Studie. Die Anbindung der Seekabel, die den Strom von den geplanten Windparks in Nord- und Ostsee bis zu Netzanschlusspunkt an Land transportieren, wird bis zum Jahr 2015 weitere 5 Mrd. Euro kosten. Dies müssen die Betreiber der Windparks mit Hilfe der Einspeisevergütung finanzieren, sagte Kohler. (FAZ 23.02.05).

  • Kostenbelastung durch Windstrom und Konsequenzen

Die Mehrkosten für den ab 2003 zusätzlich eingespeisten Windstrom belaufen sich auf fast 2,3 Mill. Euro. BDI-Chef Jürgen Thumann warnte davor, die Industrie mit steigenden Kosten für erneuerbare Energien zu belasten.

Es droht verstärkte Abwanderung ins Ausland. (Süddeutsche Zeitung 25.02.05)

  • Versorgungssicherheit

Johannes Teyssen, Eon Energie: “die Dena-Studie nenne nun die Konsequenzen des Windenergieausbaues beim Namen: Der erste große Blackout wird mit hoher Wahrscheinlichkeit durch Windmühlen verursacht“ (Süddeutsche Zeitung 25.02.05) Die deutsche Stromwirtschaft verlangt, Windparks ggf. abzuschalten, wenn die Netzstabilität z. B. bei starkem Wind gefährdet ist, weil schon heute das ungezügelte Wachstum der Windkraft an die Grenzen der Belastbarkeit der Netze geht (Eberhard Meller, VdEW, FAZ 22.02.05). Bisher besteht vorrangige Abnahmeverpflichtung für den Windstrom, auch wenn er überhaupt nicht benötigt wird.

  • CO2-Einsparung durch Windenergie

Laut Dena-Studie müssen zwischen 41 und 77 Euro in Windkraft investiert werden, um rechnerisch den Ausstoß von einer Tonne CO2 zu vermeiden. Andere Klimaschutzmaßnahmen, etwa Programme zur Kraftwerkerneuerung oder Gebäudesanierung, würden den gleichen Umweltschutzeffekt für einen Bruchteil dieser Kosten erzielen. An der Börse ist ein Emissionszertifikat, das zum Ausstoß von einer Tonne CO2 berechtigt, gerade einmal 7 Euro wert. (Welt 25.02.05)

  • Belastung der Verbraucher durch Windstrom/Ökostrom

Private Haushalte mit 3.500 kWh pro Jahr Stromverbrauch würden nach der Studie mit 14 –17 Euro pro Jahr (ca. 0,4 bis 0,5 cts/kWh) belastet. Darin seien die Kosten der Einspeisevergütung, die Bereitstellung für Reserve- und Regelenergie, die Investitionen in die Stromnetze, die eingesparte Kraftwerksleistung und die sinkenden Brennstoffkosten enthalten. Werden die Mehrkosten aus Solarenergie und anderen erneuerbaren Energien berücksichtigt, deren Förderung im Erneuerbaren Energiegesetz (EEG) geregelt ist, mit berechnet, steigt die Mehrbelastung für den Durchschnittshaushalt auf 30 bis 35 Euro im Jahr, sagte Kohler (FAZ 23.02.05)

  • Atomausstieg durch Windräder?

Sollte es gelingen, in Deutschland zwischen 2015 und 2020 bis zu 120 Mrd. kWh „grünen“ (ungesicherten) Strom zu erzeugen, wäre der für 2020 geplante Atomausstieg trotzdem nicht kompensiert. Dafür wären 160 Mrd. kWh CO2-freier Energie nötig. (Financial Times Deutschland 25.02.05)

  • Stromverband:

Der Ausbau der Windenergie ist sehr teuer und bringt wenig. Kosten stehen in keinem Verhältnis zum Nutzen. (Welt 25.02.05)

Autor: Dr. Ludwig Linder, E-Mail: Ludwig.Lindner@buerger-fuer-technik.de

 

Anmerkungen zur Dena-Studie:     14.03.05
von Lutz Niemann

Zusammenfassung: Nach offizieller Aussage der Dena-Studie steigt die Mehrbelastung für den Durchschnittshaushalt um 30 bis 35 Euro durch die Förderung der erneuerbaren Energien nach dem Erneuerbaren Energiegesetz (EEG). Diese Zahlen erscheinen zu niedrig. Betrachtet man nur die direkten Kosten für einen 4-Personen-Haushalt, so sind etwa 100 Euro pro Jahr anzusetzen. Betrachtet man die gesamtwirtschaftliche Belastung eines 4-Personenhaushaltes, so ergibt sich nach 2 unabhängigen Berechnungen eine Belastung von etwa 600 Euro pro Jahr.

1. Betrachtung
Der frühere Bundes-Wirtschaftsminister Dr. Werner Müller hat in einem Vortrag Ende 2004 die Aussage des Energieberichtes vom 27.11.2001 bestätigt, wonach die deutsche Volkswirtschaft durch die Subventionierung der erneuerbaren Energien bis 2020 mit 250 Mrd. Euro belastet wird. Darin sind neben den Strompreisvergütungen, die die Verbraucher bezahlen, auch die Steuererleichterungen für die Investoren und Betreiber und die günstigen (subventionierten) Kredite der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau enthalten.

Legt man die 250 Mrd. Euro auf theoretisch 20 Mill. 4-Personen-Haushalte in Deutschland um, so wird jeder 4-Personenhaushalt durch die Erneuerbaren Energien mit durchschnittlich rund 600 Euro pro Jahr belastet.

Dazu ist noch anzumerken:
Im genannten Energiebericht des BMWi werden (auf Seite 41) auch die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen genannt, die da wären: „erheblicher Beschäftigungsabbau, Standortverlagerungen energieintensiver Wirtschaftzweige, ökonomisch unverträglich, umweltpolitisch ineffizient, Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum“. Und diese Folgen sind, so wird gesagt „nicht berechenbar“. Die tatsächlichen Folgen, dass nämlich unsere gesamte Volkswirtschaft konkurrenzunfähig im internationalen Wettbewerb werden würde, und dann gar nichts mehr herstellen und verkaufen könnte, ist nicht berücksichtigt. Diese Folgen würden über die 250 Mrd. € noch hinaus gehen, d. h. die Belastung von 600 Euro durch das EEG pro Jahr für einen 4-Personen-Haushalt stellen nur die Untergrenze dar.

2. Betrachtung
Die Firma UDI Umwelt Direktinvest-Beratungsgesellschaft mbh Rothenburger Straße 5, 90443 Nürnberg bietet bei Beteiligung an einem Windpark im Windfeld Hohenfelde ab 5.000 Euro 284 % Ausschüttung in 20 Jahren an.
Die Investkosten im Binnenland liegen bei 1.500 Euro pro kW Leistung.
Pro kW installierter Leistung werden vom Geldanleger 1.500 Euro eingezahlt und es werden 4260 Euro in 20 Jahren an den Geldanleger zurück ausgezahlt. Der Gewinnanteil für die Geldanleger beträgt also 184 % oder 2.760 Euro über 20 Jahre oder 138 Euro pro Jahr und kW Leistung.
Der Stromverbrauch eines 4-Personenhaushaltes liegt bei 4.500 kWh/Jahr oder durchschnittlich 4500/8760 = 0,5 kW Leistung.
Es wird also eine 4-Köpfige Familie unmittelbar für den Gewinnanteil des Geldanlegers durch dieses Windrad mit 2.760 x 0,5 = 1380 Euro in 20 Jahren oder 69 Euro pro Jahr belastet.
Nun hat die Firma UDI auch noch Personal- und Verwaltungskosten und sie will auch noch Geld verdienen, so daß mindestens 50 % Zuschlag anzusetzen sind , dann sind es mindestens rund 100 Euro Belastung pro Jahr für eine 4-köpfige Familie.

3. Betrachtung
Es ist richtiger, nicht nur den Stromverbrauch der privaten Haushalte zu berücksichtigen, sondern auch alles andere wie Infrastruktur, Handel, Gewerbe. Auf 4 Personen kommen so in Deutschland 4 x 6.500kWh pro Jahr, das macht 26.000kWh. Für die 4 Personen braucht man rund 3 kW (26.000/8.760) installierter Leistung, und das über die ganzen 8.760 Stunden pro Jahr gerechnet. Für 3 kW installierter Leistung sind so 3 x 2.760 Euro für 20 Jahre als Gewinnanteil für den Geldanleger anzusetzen. Das ergibt 410 Euro pro Jahr. Setzt man auch hier die 50 % Zuschlag an, dann ergibt sich wie bei Betrachtung 1 ebenfalls eine Belastung von rund 600 Euro durch das EEG pro Jahr für einen 4-Personen-Haushalt.