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DER WINDMÜHLEN WAHN Vom Traum umweltfreundlicher Energie zur hochsubventionierten Landschaftszerstörung (Der Spiegel 29.03.2004, S. 80 – 97)
Wichtigste Aussagen:
Wer profitiert von den Windparks? An den Windparks verdienen die Windparkbetreiber, oftmals Lokalhonoratioren, Sparkassendirektoren, Kommunalpolitiker und Bauern, deren Grundstücke für die Errichtung der Windparks benötigt werden. Je nach Verhandlungsgeschick können die Grundstückseigentümer 1000 bis 20.000 Euro pro Jahr und Mühle erzielen - meist über 20 Jahre Vertragsdauer. Von den Mühlen haben wenige Grundstückseigentümer Profit, viele Anwohner müssen darunter leiden.
Der Staat fördert den Windkraftausbau mehrfach: durch feste Preise und eine garantierte Abnahme. Und durch Abschreibungen für Investoren (teilweise mehr als 100 % des Kapitaleinsatzes im 1. Jahr). So haben sich etwa 130.000 Besserverdiener an Windkraftfonds beteiligt.
Nutzen des EEG (Energie-Einspeise-Gesetz)? (wonach der Windstrom bezahlt wird) „Das EEG muss zu einem Ende gebracht werden, weil es künftig keinen Beitrag zur CO2-Reduzierung mehr bringt.“ So der Kölner Energiewirtschaftler Carl-Christian von Weizsäcker in einer Studie für den wissenschaftlichen Beirat des Bundeswirtschaftsministeriums. Die Fördersummen durch das EEG berechnet das Energiewirtschaftliche Institut der Uni Köln für das Jahr 2010 auf 5 Mrd. €.
Auswirkungen des Windstroms bei den Stromversorgern: Die Stromkonzerne sind zum Anschluß von Windkraftanlagen verpflichtet und auch zur Abnahme und Verteilung des Ökostromes. Reichen die Netzkapazitäten nicht aus, müssen die Stromversorger wie E.ON, RWE und Vattenfall neue Leitungen bauen und zwar auf eigene Kosten. 8,8 cts/kWh müssen sie für den Ökostrom bezahlen gegenüber 3,5 cts/kWh Strom auf dem Spotmarkt, auch wenn sie den Strom gar nicht benötigen. Wegen der Unzuverlässigkeit des Windstroms müssen für je 1000 kW Windenergie 800 bis 900 kW an Reserveleistungen vorgehalten werden. Ende 2003 hob E.ON die Netznutzungsgebühren um mehr als 10 % an, wegen der wachsenden Belastung der Stromnetze durch die Windenergie.
Bürgerbegehren gegen Windräder: In Deutschland gibt es mehrere 100 Bürgerinitiativen gegen die Windenergie. Prof. Mengel, Politikwissen-schaftler an der FU Berlin und Initiator der Bürgerinitiative gegen Windräder „Rettet die Uckermark“: Das sind die schlimmsten Verheerungen seit dem 30-jährigen Krieg. Zunächst als „Don Quichote“ verlacht, ist er jetzt ein Volksheld. Bei den Kommunalwahlen im Herbst 2003 gewann Mergel mehr Stimmen als die Spitzenkandidaten von CDU, SPD und PDS und schaffte damit auf Anhieb den Sprung in den Kreistag.
Machenschaften der Windkraftlobby: Drohungen, Korruption und Bestechung: Die Kommunen haben kaum noch Chancen, Bauanträge der Investoren abzuwehren. Die ziehen sonst umgehend mit millionenschweren Schadensersatzforderungen vor Gericht – und bekommen häufig Recht. Durch die Privilegierung und die hohe Subventionierung habe der Gesetzgeber den WKA-Betreibern einen Blankoscheck zur Durchsetzung ihrer Interessen gegeben. Großzügige Spenden an die freiwillige Feuerwehr, Spenden an Örtliche Vereine, Bargeld für die Bevölkerung bei besonderen Ereignissen, wie z.B. in einem Eifeldorf bei Geburt, Hochzeit oder dgl. Oder wie in einer Norddeutschen Gemeinde: einmalige Zuwendungen an die Gemeinde in Abhängigkeit von der Größe der Windanlage, z.B. 405.000 € für eine Anlage bis 40,5 MW.
Windenergie im Ausland: Deutschlands Windstromleistung ist heute schon so hoch wie die von Dänemark, Spanien und den USA zusammen. Dabei legten die Dänen einen Rückwärtsgang ein: sie haben die Windförderung vor 2 Jahren fast komplett gestrichen. Deren Ziel sei schon übererfüllt, so die dänische Regierung, außerdem seien die Subventionen viel zu teuer.
Deutschland soll nach rot-grünem Wunsch wieder Weltmeister werden, wie schon bei der Maut und beim Dosenpfand.
Autor: Dr. Ludwig Linder, E-Mail: Ludwig.Lindner@buerger-fuer-technik.de
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